Hallo...
....hier ist für alle Interessierten noch eine Beitrag über einer unserer FIM Tätigkeiten......
...weiters sind wir bemüht, durch freiwillige Spenden und den Verkauf unserer Vereinsaufklebern ein Rollstuhlgerechtes Kart zu erwerben....damit auch körperlich beeindrächtigte Menschen freude am Motorsport haben können....
http://www.indoormotorsport.at/
lg maria buberl
Bericht über die FIM ehrenamtlichen Tätigkeiten:
Grundsätzliche Überlegungen und Erfahrungen zur pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen durch ein pädagogisch geführtes Karttraing:
Seit Mai 2007 versuchen Herrn Lüftenegger vom Kartzentrum Salzburg und eine Betreuerin mit sogenannten „sozial schwierigen“ Kindern und Jugendlichen (sogenannten Problemkindern) eine Art pädagogisches Karttraining aufzubauen.
Eine wichtige Vorraussetzung ist, dass Herr Lüftenegger die genaue Problematik der Kinder kennt und auch die Fähigkeit besitzt, genau auf diese einzugehen.
Genauso notwendig ist, dass die Betreuerin anwesend ist und die jeweiligen Stunden gemeinsam reflektiert werden.
Gemeinsam haben Sie einen Plan entwickelt, wie das Ziel aussehen sollte.
Die langjährige Arbeit mit dieser Zielgruppe hat gezeigt, dass es völlig irrrelevant ist, wie die persönliche Problematik gelagert ist. Zum Großteil geht es darum, Rahmenbedingungen zu etablieren, Grenzen zu definieren und einen sicheren Raum anzubieten, der es ermöglicht, eine positive Entwicklung einzuleiten, zu unterstützen und zu begleiten.
Erziehung oder Betreuung (bzw die Form von Begleitung) hat immer damit zu tun, der Zielgruppe Rahmenbedingungen mit klar definierten Grenzen anzubieten, innerhalb derer sie sich bewegen und entwickeln können. Weiters soll auch die Möglichkeit gegeben sein, die Außengrenzen auszutesten, Konsequenzen der Grenzüberschreitung zu erfahren, Konflikte zu erleben bzw. auszuhalten und dadurch Lernprozesse einzuleiten.
Um sich mit Kindern und Jugendlichen auf solch einen Weg zu begeben, ist es mitunter extrem von Bedeutung ein Medium zu finden, das von den Kindern selbst als positiv angenommen werden kann. Es gilt auch Betreuer mit langjähriger Erfahrung zu finden, die sich der Aufgabenstellung und Herausforderung bewusst sind, das dies mitunter schwierigen Weg werden kann.
Die erwünschte Auseinandersetzung ist sicher durch mannigfaltige Methoden zu erreichen. Jedoch ist verständlich, dass diese mit den Kindern bzw. Jugendlichen umso positiver erfolgt, desto überzeugender und attraktiver das Medium (Karttraining) für diese selbst ist und desto weniger die Kinder die bestimmte Intention dahinter spüren.
In diesem Sinn beinhaltet das Medium Kart ein paar wesentliche Aspekte, die in dieser Form sonst kaum in einem pädagogischen Raum zu finden sind.
Es bietet den Kindern, die als Zielgruppe in Frage kommen, einen Art Motivation.
Es trat ein Synergieeffekt auf, der einerseits aus der normalen therapeutischen, pädagogischen Arbeit und andererseits aus dem Training der pädagogisch geschulten Personen und Herrn Lüftenegger als Trainer des Kartsportcenters entstand.
Wie schon erwähnt, war es notwendig, mit Herrn Lüftenegger die Problematik der Kinder zu besprechen und in sein Karttraining miteinzubeziehen.
Um nur 2 Beispiele zu nennen;
In einem Fall konnten einem sexuell missbrauchten Kind in Richtung Selbstwertsteigerung erfolgreich geholfen werden.
In einem anderen Fall wurde einem hyperaktiven Kind gelehrt, sich in einem durch klare Strukturen und Grenzen definierten Rahmen freiwillig zu bewegen.
Diese Erfolge zeigen, daß diese pädagogisch geführten Karttraings für die Zielgruppe attraktiv und sinnvoll sind.
Erstaunlich ist, dass sich der Pädagoge eines Mediums bedient, das grundsätzlich bedenkliche Inhalte beinhaltet:
nämlich ein darwinistisches Grundprinzip,
nur der schnellste siegt und alles andere ist ohne Bedeutung.
Jedoch zeigt die Erfahrung, dass in der Zusammenarbeit zwischen Pädagogen und dem richtigen Trainer eine durchaus positiv neue Methode entstanden ist.
In diesem Kontext sollte der Paradigmenwechsel dahin gehend stattfinden, dass wir als Agierende sehr wertfrei zu betrachten beginnen, welches Medium als Therapie in Frage kommt, um ein neuartige Entwicklung entstehen zu lassen.
Der Zugang zu den Kindern hat sich insofern verändert, daß sich auf Grund der ständig
präsenten und erlebten Medien (Fernsehen, Computerspiele, etc.) der Umgang mit ihnen massiv gewandelt hat.
Nun ist es uns möglich, ein Neuland zu betreten, dass sich zwar keinem altvertrauten Medium bedient, jedoch für diese Zielgruppe ein weitaus attraktiveres Angebot bietet.
1.
Anfänglich war bei den pädagogisch geführten Karttrainingswichtig, mit den Kindern allein und einzeln zu beginnen und sich beim Aufbau auch nur ausschließlich dem Einzelem zu widmen.
Auch deshalb um die Kinder beobachten zu können, wie sie mit dem Medium umgehen: eingeforderte Regeln, die Geschwindigkeit und im Vordergrund der Sicherheitsaspekt
In dieser Phase war es auch möglich, bestimmte Problematiken der Kinder auf eine neue Art visualisieren zu können.
2.
Auf das Kind oder den Jugendlichen bezogen ermöglicht es diesen erstmal ein sicheinlassen auf eine neue Situation.
Plötzlich ist er mit einem Medium konfrontiert, das eine neue Herausforderung darstellt.
Es gilt eine neue Aufgabe zu erfüllen; nämlich mit einem Kart eine Strecke in einer gewissen Zeit zu bewältigen. Die Kinder und Jugendlichen können sich an ihren vorgegebene Zeiten messen, Wettbewerbssituation erleben und sich eventueller Versagensängste bewußt werden.
Es geht sowohl um Geschicklichkeit als auch um die Disziplin mit dem Kart unter bestimmten Vorgaben umzugehen: vorrangig zählt die Sicherheit der Kinder und das Prinzip: „langsam schneller zu werden.“
3.
In einer Zeit, die deutlich davon dominiert ist, das zu tun, was in der Peergroup als „cool“ und „en vogue“ wahrgenommen wird, ist dieser Sport extrem attraktiv.
Oberflächlich gesehen, bietet er das an, dass von unserer Gesellschaft goutiert wird.
Es geht um Schnelligkeit, im weitesten Sinn um Autos, um ein sich an Leistungen messen, sich in einem begehrtem Umfeld zu bewegen und schließlich auch um Spaß.
In diesem attraktiven Äußeren verpackt, erscheint es am Anfang gar nicht so plausibel, dass dahinter, wenn richtig damit umgegangen wird, sich sehr wohl die Möglichkeit anbietet, wesentliche Werte zu vermitteln.
3.
Es geht um Selbsteinschätzung, was traue ich mir zu, wo sehe ich meine Grenzen, das zu leisten, was brauche ich an Informationen, wie reagiere ich auf den Vorgaben des Trainers, ich habe Gebote und Regeln zu beachten, die es mir erst möglich machen, mich dem Sport zu widmen.
Die Regeln sind völlig klar definiert und jedes Zuwiderhandeln heißt automatisch, dass ich mich selbst aus dem Geschehen verabschiedet habe.
Die Regeln sind klar definiert und bieten keine Diskussionsgrundlage.
Es geht aber auch darum, mich nicht zu überschätzen.
4.
Es geht um die Selbsteinschätzung, was ich mir zu traue, aber auch die Verantwortung, die ich erstmal mir selbst gegenüber wahrnehmen muss.
Ich bin mit einem Medium konfrontiert, dass mir zwar kleine Fehler verzeiht, aber wenn ich die Regeln nicht beachte, setze ich mich selbst der Gefahr mich zu verletzten aus.
Darüber hinaus übernehme ich noch genauso die Verantwortung für die anderen Fahrer, denen ich mit einem nicht regelkonformen Verhalten Verletzungen zufügen könnte.
5.
Es bietet den Kindern/Jugendlichen die Möglichkeit, eine ganz persönliche Leistung als Einstieg wahrzunehmen und dann kontinuierlich an einer Verbesserung dieser Leistung zu arbeiten. Sie lernen Konzentration, Aufmerksamkeit, Fehler zu erkennen, Verbesserungen zu erarbeiten und erfahren immer ganz unmittelbar die Auswirkungen Ihres Tuns.
Sie machen die Erfahrung, dass der Erfolg auch von ihrer Tagesverfassung abhängt, dass sie nicht immer gleich leistungsfähig sind.
Die Kinder/Jugendliche lernen, dass sie für eine postitive Erarbeitung ihre Leistungssteigerung auch bereit sein müssen.
Sie lernen einen individuellen Traingsplan und auch ihre Frusttoleranz aufzubauen.
Sie erkennen die Abhängigkeit von Misserfolg und Erfolg in unmittelbarer Beziehung zu ihrer eigenen Person, erlernen durch die Auslotung ihrer Grenzen, wie weit sie gehen können. Angeleitet durch kompetente Trainer und die Zusammenarbeit mit den Betreuern erleben die Kinder/Jugendlichen kontinuierlich dadurch Erfolge.
Es geht vor allem darum, die Erfahrung zu machen, dass mir die Außenwelt Unterstützung anbietet, mir Fehler an meinem (Fahr)Verhalten erklärt und wiederspiegelt und daß es ausschließlich an mir liegt, Verbesserungen umzusetzen.
6.
Die Jugendlichen lernen das Zusammenspiel zwischen ihrer Leistungsfähigkeit und der Einhaltung eines klaren Reglements.
Ich kann noch so gut fahren, wenn ich mich nicht an die Regeln halte, werde ich disqualifiziert.
Auch die Sinnhaftigkeit im Aufstellen von Regeln wird verständlich gemacht, weil die Kinder/Jugendlichen davon profitieren, dass sich auch die anderen zu ihrem Schutz und zu ihrer Entfaltung an die Regeln halten müssen; eine Wechselwirkung, die im allgemeinem gemeinsamen Umgang notwendig ist.
7.
Wenn mehrere Jugendliche mit den Karts fahren, geht es um das Erlernen von Sozialgefügen. Ich fahre nicht allein, sondern in einer Gruppe. Ich kann von denen, die besser fahren, lernen, visualisiere eventuelle Fehler, die ich dann vermeiden kann.
Die Jugendlichen erfahren, dass es wenig Spaß macht, wenn die Geschwindigkeit der Gruppe auseinanderklafft; die Schwächeren werden von den Schnelleren gefördert, können ihnen Tipps geben; wenn wir alle ähnlich drauf sind, gelingt alles am besten.
Ich bin eingebettet in ein soziales Miteinander; ich werde ermutigt an meinen schlechten Tagen; ich kann was zur Gruppe beitragen, wenn es mir gut geht, ich kann von der Gruppe profitieren.
Es entsteht eine Art gesunder Wettbewerb, an dem ich teilnehmen kann.