Neue Theorie zur Ursache von BSE: Menschliche Leichenteile verfüttert
Forscher: Tote sollen vom indischen Sub*kontinent stammen - Import von Knochen, die in Einzelfällen mensch*lichen Ursprungs waren
Seit dem erstmaligen Auftreten von BSE 1986 in Großbritannien wurden tausende Rinder getötet und verbrannt. Jetzt gibt es eine neue Theorie, woher die Seuche eigentlich stammt.Links
The Lancet:
New theory suggests that BSE may have originated from a human form of the disease
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Netdoktor.at:
Bovine Spongiforme Encephalopathie
London - Der bislang ungeklärte Ursprung des Rinderwahnsinns könnte nach einer neuen Theorie in der Fütterung britischer Rinder mit sterblichen Überresten von Menschen liegen. Nach der in der jüngsten Ausgabe der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" vorgestellten Hypothese waren die Verstorbenen mit der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit infiziert.
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Die Toten, deren Knochen zu Tierfutter verarbeitet wurden, sollen vom indischen Subkontinent stammen, wo Leichen oder Leichenteile aus religiösen Gründen zuweilen in den Ganges geworfen werden.
Erste Fälle 1986 in Großbritannien
BSE gehört zur Krankheitsklasse der transmissiblen spongiformen Enzephalopathie (TSE), die bei mehreren Spezies vorkommt. Dazu zählen unter anderem die so genannte Traberkrankheit (Scrapie) bei Schafen und Ziegen und Creutzfeldt-Jakob (CJD) beim Menschen. Alle TSEs sind tödlich, unbehandelbar und erst nach dem Tod des Betroffenen zu diagnostizieren. 1986 wurden die ersten Fälle bei Rindern in Großbritannien festgestellt. Etwa zehn Jahre später tauchte dort eine neue Variante der Krankheit (vCJD) beim Menschen auf, die auf den Verzehr von Fleisch BSE-kranker Rinder zurückgeführt wird.
Warum die Rinder überhaupt erkrankten, ist bislang ungeklärt. Der gängigsten Theorie zufolge wurden die Pflanzenfresser mit Knochenmehl gefüttert, in dem erkrankte Schafe verarbeitet waren. Die Traberkrankheit habe sich dann zu einer spezifischen Rinderkrankheit weiterentwickelt.
Britische Wissenschaftler haben nun die These aufgestellt, dass der Ursprung die Knochen von Menschen sein könnten, die mit der klassischen Form von CJD infiziert waren. In den 60er und 70er Jahren importierte Großbritannien hunderttausende Tonnen Knochen, Knochenmehl und Kadaverteile, die als Dünger und Futtermittel verwendet wurden. Die Hälfte davon kam nach Angaben des Forscherteams unter Leitung von Alan Colchester, Professor für Neurowissenschaft an der Universität Kent, aus Indien, Bangladesch und Pakistan.
Leichenteile sind dokumentiert
Dort sei das Sammeln größerer Knochen und von Kadavern eine wichtige Einnahmequelle für Bauern. Dass unter Tierknochen, die vom indischen Subkontinent exportiert wurden, gelegentlich auch Menschenknochen waren, sei dokumentiert. Großbritannien sei der Hauptabnehmer der tierischen Produkte aus Indien und Pakistan in der fraglichen Zeit und auch führend darin gewesen, Fleisch und Knochenmehl an Kälber zu verfüttern. Die Ähnlichkeiten zwischen BSE, CJD und vCJD seien groß genug, um die Theorie einer Verbindung unter ihnen zu stützen, argumentieren die Wissenschaftler. "Wir behaupten nicht, dass unsere Theorie bewiesen ist, aber sie rechtfertig zweifelsohne weitere Untersuchungen", schreiben die Forscher. (APA/AP)